Anlässlich der „Wiederauferstehung“ des Donauinselfests hat sam WIEN den Samariter*innen in Transdanubien einen Besuch abgestattet.
Lang genug gewartet! Nach zweijähriger Pause geht von 24. bis 26. Juni 2022 endlich wieder das Donauinselfest (DIF) über die Bühne. Mittendrin im sommerlichen Volksfest-Geschehen: der ASB Floridsdorf-Donaustadt. Der Sanitätsdienst während der musikalischen Mega-Veranstaltung wird wie immer von den Samariter*innen aus Transdanubien organisiert und koordiniert. „Eine echte Mammutaufgabe“, wie uns der Obmann der Gruppe und DIF-Einsatzleiter, Erwin Scheidl, im Vorfeld des Donauinselfests bestätigte: „Der Samariterbund wird wieder mit täglich rund 150 Rettungssanitäter*innen und Notfallsanitäter*innen sowie sieben Notärzt*innen im Einsatz sein – allesamt Freiwillige! 16 Rettungstransport- und Notkrankentransportwagen, vier Notarzteinsatzfahrzeuge, zwei Segway-Trupps und drei Materialtransportwagen sowie rund zehn Sonderfahrzeuge stellen wir für das 3-tägige Event bereit.“
Der Sanitätsdienst auf der Insel sei für die Gruppe das Highlight des Jahres, mit der Planung habe man bereits im Jänner begonnen. „Nach dem 38. Festival hat man natürlich eine gewisse Routine, aber jedes Donauinselfest ist anders. Wir müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.“ Der langjährige Samariter erzählt locker und unaufgeregt, gleichzeitig blitzt bei jedem Satz ein gewisser Stolz auf „seine“ Gruppe durch. „Eine so große Aufgabe wie das Donauinselfest kann man nur meistern, wenn man ein funktionierendes Team hinter sich weiß.“
Hochprofessionelle Arbeit und eine lockere Atmosphäre schließen sich bei uns nicht aus.
Mit viel Herz bei der Sache
So beeindruckend der Sanitätsdienst am DIF auch ist, die tägliche Arbeit der Gruppe dominiert freilich etwas anderes: Rund 15.000 Rettungseinsätze sowie 8.000 Krankentransporte werden pro Jahr vom ASB Floridsdorf-Donaustadt durchgeführt. Der Fuhrpark umfasst aktuell 28 Fahrzeuge – Rettungs- und (Not-)Krankentransportwagen zählen dazu genauso wie Notarzteinsatzfahrzeuge.
Als wir der Gruppen-Zentrale in der Wallenberggasse (22. Bezirk) einen Besuch abstatten, beobachten wir schon auf dem Parkplatz eine rege Betriebsamkeit: Samariter*innen eilen zwischen dem Bürogebäude und der gegenüberliegenden Garage hin und her. Immer wieder öffnet sich das große Schiebetor zur Straße. Fahrzeuge rollen auf den Hof oder verabschieden sich in einen Einsatz. Einige Kolleg*innen stehen in der Frühlingssonne zusammen und besprechen gut gelaunt die anstehenden Aufgaben. Später, auf die Besonderheit der Gruppe angesprochen, wird Erwin Scheidl sagen: „Hochprofessionelle Arbeit und eine lockere Atmosphäre schließen sich bei uns nicht aus. Wir wissen, wie wichtig das Zwischenmenschliche ist, um Freiwillige langfristig zum Mitmachen zu motivieren.“ Aktuell zählt die Einheit Floridsdorf-Donaustadt knapp 500 ehren- und über 100 hauptamtliche Mitarbeiter*innen, dazu kommen noch rund 70 Zivildienstleistende. Apropos Zivildienst: Auch der Obmann hat als „Zivi“ zum ASB gefunden. Das war im Jahr 1984, danach hat er als Ehrenamtlicher bei den Samariter*innen angedockt.
Von Wasserrettung bis zum Brandschutz
Neben dem „klassischen“ Rettungs- und Sanitätsdienst betreibt der ASB Floridsdorf-Donaustadt zwei Sozialmärkte 21. bzw. 22. Bezirk. Auch eine eigene Wasserrettung zählt zum Vereinsportfolio. Darüber hinaus verfügt die Gruppe als einzige Samariterbund-Organisation über ein Sicherheitskompetenzzentrum. Hier können sich Unternehmen hinsichtlich Arbeitnehmer*innen-, Gesundheits-, Umwelt- und Brandschutz beraten und schulen lassen. Auch Consulting im Bereich Notfall- und Krisenmanagement wird angeboten. Das Samariterbund-Wissen aus Transdanubien ist mittlerweile so gefragt, dass für die externen Trainings ein eigenes Ausbildungszentrum eröffnet werden musste!
Gemeinsam schafft man alles
Was waren in den letzten Jahren besondere Herausforderungen? Da kommt die Sprache natürlich sofort auf „Corona“. Ein Aspekt, der laut Scheidl bei diesem Thema gern vergessen wird: Die Pandemie hatte auch große Auswirkungen auf das Ehrenamt. „Über die Wochen und Monate des Social Distancings gingen uns einige Freiwillige verloren – die wollen wir jetzt wieder zurückgewinnen!“
Eine Zäsur war auch das Feuer in der Fuhrpark-Garage vor etwas mehr als 10 Jahren. Bis auf die zwei Autos, die in der Unglücksnacht zufällig unterwegs waren, wurden alle Fahrzeuge beschädigt. Der Umgang mit dieser Brandkatastrophe ist für den Obmann exemplarisch für den starken Zusammenhalt im Team: „Wir standen über Nacht mit praktisch nichts da. Dass wir nach diesem Einschnitt relativ schnell wieder einsatzfähig waren, war ein unglaublicher Kraftakt der gesamten Gruppe.“
Kontakt: www.samariter.at, [email protected]
Franziska Springer
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