„Déjà-vu“

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Alex fährt auf der Busspur zügig mit Blaulicht und Signalhorn rechts an der stehenden Kolonne vorbei. Bis es unvermittelt kracht: Ein Lenker hört die Sirene spät und weicht reflexartig nach rechts aus – mitten hinein in das Rettungsauto neben ihm.

Der Blaulichtsimulator ist einem Mercedes Sprinter nachempfunden. Auf drei Displays  wird die Fahrumgebung dargestellt – inklusive Seitenspiegel.
Der Blaulichtsimulator ist einem Mercedes Sprinter nachempfunden. Auf drei Displays wird die Fahrumgebung dargestellt – inklusive Seitenspiegel.

Jetzt ist also schon wieder was passiert. Könnte man sagen. Aber passiert ist eigentlich gar nichts. „Wie Menschen in Stresssituationen reagieren könnten, im Konjunktiv, genau dafür müssen wir unsere Einsatzfahrer:innen sensibilisieren“, sagt Roland Zwingraf. „Unkonventionelle Manöver anderer Verkehrsteilnehmer stehen ganz einfach an der Tagesordnung. Wir trainieren unsere Kolleginnen und Kollegen deshalb jetzt verstärkt im Erkennen diverser Gefahrenpotentiale bei Blaulichtfahrten.“ Allerdings ohne die tatsächliche Gefahr eines Unfalls. Denn Alex sitzt im neuen Blaulichsimulator, um sich für genau solche Situationen zu wappnen.

Mitte Jänner präsentierte der Samariterbund den neuen Fahrsimulator vor zahlreichen interessierten Medienvertreter:innen. Das Einsatzfahrtentraining unterstützt künftig die Aus- und Weiterbildung, für noch mehr Sicherheit im Rettungs- und Krankentransport. Das betrifft hauptamtliche wie auch ehrenamtliche Lenker:innen in Wien – also mehr als 1.500 Mitarbeiter:innen, die jährlich am Simulator trainieren werden.

Überwältigendes Medieninteresse. Mitte Jänner wurde der Blaulichtsimulator präsentiert.
Überwältigendes Medieninteresse. Mitte Jänner wurde der Blaulichtsimulator präsentiert.

Der Fahrsimulator ist in einem mobilen Anhänger verbaut, was eine flexible Nutzung ermöglicht. Mehrere Displays stellen für die Trainierenden die Fahrumgebung, die Seitenspiegel und die Instrumentenanzeige dar. Der Simulationsaufbau lässt sich dabei mittels Modulsystem beliebig gestalten, von unterschiedlichsten innerstädtischen Gefahrenpotentialen, die beliebig aneinandergereiht werden können, bis hin zu diversen Freiland- und Autobahn-Szenarien.

Sicher sicherer

Die innovative Lösung schafft für Einsatzfahrer:innen die Möglichkeit, gefährliche Situationen bei Einsatzfahrten realitätsnah zu trainieren. Die Ausbildung im Fahrsimulator konzentriert sich weniger auf die Simulation der Fahrdynamik als vielmehr auf das Verhalten der Einsatzfahrer:innen in kritischen Verkehrssituationen.
Die Wiener Städtische Versicherung unterstützt dieses wegweisende Projekt als Versicherungspartner. Das unterstreicht die Bedeutung für mehr Sicherheit im Wiener Straßenverkehr. „Der Blaulichtsimulator hat sich international als probates Mittel erwiesen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und damit die Häufigkeit von Unfällen im Einsatz zu senken. Daher ist die Wiener Städtische stolz, als langjährige Kooperationspartnerin und Unterstützerin des Samariterbundes beim allerersten Blaulichtsimulator in Wien mit an Bord zu sein“, sagt Wiener-Städtische-Vorstandsdirektorin Doris Wendler.

Fehleranalyse

Ein wesentlicher Aspekt des Trainings sind die verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die von Anfänger:innen bis zu routinierten Einsatzfahrer:innen reichen. Das ermöglicht ein zielorientiertes Fahrsimulationstraining. Kern der Arbeit mit dem Simulator ist dann die Nachbesprechung im Anschluss mit den Fahrtrainer:innen — um einen nachhaltigen Trainingserfolg zu erzielen. Eckhart Müller, Vertrieb und Trainer von SIFAT Roadsafety: „Der Simulator bedeutet die Möglichkeit, stressige Fahrten von Blaulichteinsätzen zu üben, noch mehr Routine darin zu gewinnen und so noch sicherer am Einsatzort anzukommen. Fahrsimulatoren von SIFAT Roadsafety sind deshalb heute bereits bei zahlreichen Rettungsorganisationen in Deutschland sowie bei der Polizei und Feuerwehr im Einsatz.“

So hat etwa ein Pilotprojekt im bayrischen Regensburg gezeigt, dass die Zahl der Schäden innerhalb nur zweier Jahre um beinahe 70 Prozent sank. Geschäftsführer Oliver Löhlein erklärt: „Wir sehen in dieser modernen Trainingsmethode nicht nur einen Beitrag zur Sicherheit der eigenen Einsatzkräfte, sondern auch eine Verantwortung gegenüber sämtlichen Teilnehmer:innen im Straßenverkehr.“

Mit dem Einsatz des Fahrsimulators setzt der Samariterbund Wien ein klares Signal für eine moderne und praxisnahe Aus- und Weiterbildung seiner Einsatzkräfte. Diese Investition in die Sicherheit trägt dazu bei, auch in Zukunft bestens für die Herausforderungen im Rettungs- und Krankentransport gerüstet zu sein. Bereits in den kommenden Wochen wird der Simulator nach einer ersten Testphase regelmäßig im Einsatz sein. ˜

Bertram Gross

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