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Bei einer spektakulären Heli-Überstellung von Kroatien nach Österreich arbeiteten Samariter:innen aus Salzburg und Tirol zum Wohle des Patienten eng und reibungslos zusammen.

Die Kitz-Ambulance über den Alpen: Der Flug von Rijeka nach Salzburg dauerte 90 Minuten.
Die Kitz-Ambulance über den Alpen: Der Flug von Rijeka nach Salzburg dauerte 90 Minuten.

Vor einigen Wochen ist in unserer Leitstelle in Salzburg die Anfrage nach einer Intensivüberstellung von Rijeka/Kroatien nach Salzburg eingegangen. Gemeinsam mit unseren Kolleg:innen vom Samariterbund Tirol konnten wir sehr rasch den anspruchsvollen Transport nach Salzburg organisieren und durchführen“, erzählt Christian Dengg, Geschäftsleiter der Landesgruppe Salzburg. Schon am kommenden Tag flog der Samariterbund Tirol den schwer erkrankten Österreicher mit der ITH Kitz Ambulance 1 von Rijeka zurück nach Salzburg. „Während des Fluges wurde der Patient durchgehend von einem Intensivmediziner betreut und dann in Salzburg von unserer Mannschaft übernommen und ins Zielkrankenhaus überstellt“, ergänzt Dengg.

Intensivmedizinische Kooperation

Die Kitz-Ambulance ist ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt. Neben dem Samariterbund Tirol sind Georg Schusters „Kitz-Air“ und der Intensiv­mediziner Viktor Stöllnberger daran beteiligt. Seit über einem Jahr gibt es diese Kooperation. „Wir transportieren hochkomplexe Intensivpatient:innen mit dem gesamten medizinischen Set-Up von A nach B. Das ginge weder mit einem normalen Rettungshubschrauber noch mit einem Rettungswagen“, erzählt Robert Lauf vom Samariterbund Tirol.
„Den speziellen Patienten, den wir da in Rijeka übernommen haben, wollte keiner sonst transportieren, weil allen das Risiko zu hoch war. Und die Überstellung musste schnell gehen. Somit sind dann wir zum Einsatz gekommen“, ergänzt Lauf.

Eineinhalb Stunden später war der Mann bereits in Salzburg. Generell agiert diese fliegende Intensivstation aus dem Herzen Europas heraus und kann problemlos sämtliche relevanten Krankenhäuser in ganz Mitteleuropa anfliegen. Es gab auch bereits hochbrisante Einsätze in der Ukraine. Ein Soldat, der auf eine Mine getreten war, wurde damals nach Österreich gebracht. Im konkreten Fall wurde ein schwer verwundeter junger Ukrainer, dem ein Bein amputiert werden musste, von der Slowakei nach Österreich geflogen, wo er weiter intensivmedizinisch behandelt wurde.

Der Kern des Ganzen ist die MIM (Mobile Intensivmedizin). Dr. Victor Stöllnberger ist in diesem Fach eine europaweite Koryphäe. Alle medizinischen Geräte, die am Krankenhausbett stehen können, sollen hier mitfliegen. „Sei es ein Inkubator oder eine Herz-Lungen-Maschine, alles hat Platz. Und das ist das wirklich einzigartige an dieser Geschichte“, ergänzt Robert Lauf. „Das ist der erste Hubschrauber, der sich dem Patienten anpasst und nicht umgekehrt.“ Wichtig ist Lauf die Feststellung, dass das im eigentlichen Sinn nichts mit Notfall-Medizin und Rettungsdienst zu tun. Es ist eine Bett-zu-Bett -Überstellung eines in einem kritischen Zustand befindlichen Patienten.

Sani in luftiger Höhe

Horst Meier vom Samariterbund Tirol war als Sanitäter bei der Überstellung aus Kroatien mit an Bord: „Der Patient war bereits vorversorgt, und wir haben ihn dann nach Salzburg überstellt. Sämtliche medizinischen Vormaßnahmen waren da bereits getroffen. Und wir haben das komplette Bett samt allen Geräten übernommen und während des Fluges auch weiterhin betreut.“

Meier begleitet derartige Flüge regelmäßig. Obwohl bei so einer Überstellung jeder Handgriff sitzen muss, findet Meier es schwer, von Routine zu sprechen. „Es ist sehr interessant, spannend und anspruchsvoll, bei derartigen Einsätzen dabei sein zu dürfen“, betont der Notfall-Sanitäter. Zudem ist laut Maier jeder Einsatz anders. Wichtig ist eine gründliche Vorbereitung, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Denn es kann immer etwas sein, wenn man in der Luft ist. Und oft steckt die Tücke im Detail. „Mit Flugangst ist man bei dieser Sache definitiv fehl am Platz“, lacht Meier. ˜

Georg Widerin

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