Wenn die Erde bebt ...

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Die internationale Katastrophenhilfeeinheit des Samariterbundes SA-RRT als Teil der bisher größten internationale EU ModEX Großübung in der Türkei.

Realistische Notfallszenarien wie  nach einem Erdbeben wurden nachgestellt.
Realistische Notfallszenarien wie nach einem Erdbeben wurden nachgestellt.

Von dramatischen Naturereignissen wie Erdbeben, Stürme oder Überschwemmungen über technische Katastrophen bis hin zu humanitären Krisen: Die SA-RRT Katastrophenhilfeeinheit des Samariterbund Österreichs ist weltweit im Einsatz, um Menschen in Not zu helfen. Eine Katastrophe trifft die Menschen immer unvorbereitet. Um präventiv auf mögliche Desaster auch grenzüberschreitend reagieren zu können, bedarf es regelmäßiger professioneller Übungen, Trainings und Fortbildungen. „Katastrophen kennen keine Grenzen und passieren meist unerwartet. Umso wichtiger ist es, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt“, erklärt uns Benjamin Manahl, Stv. Leiter der Abteilung Einsatz beim Samariterbund. Wir treffen den langjährigen Samariter wenige Tage nach seiner Rückkehr aus der Türkei. Unweit der Stadt Tekirdağ hat er gemeinsam mit der Auslandskatastrophenhilfeeinheit des Samariterbundes, dem SA-RRT („Samaritan Austria - Rapid Response Team“), an der internationalen Katastrophengroßübung „EU ModEX Turkey 2021“ teilgenommen. Über drei Tage wurden unterschiedlichste Katastrophenszenarien nach einem Erdbeben der Stärke 7,4 auf der Richterskala durchgespielt. Wie ist die Großübung verlaufen? „Die Lernkurve war enorm: Jedes Teammitglied konnte sein Know-how unter Beweis stellen und festigen – und das im Zusammenspiel mit internationalen Kolleginnen und Kollegen. Es war anstrengend, keine Frage, aber die internationale Großübung in die Türkei hat sich für uns auf alle Fälle gelohnt!“

Ein Konvoi aus elf Fahrzeugen und sieben Anhängern trat die Reise in die Türkei an.
Ein Konvoi aus elf Fahrzeugen und sieben Anhängern trat die Reise in die Türkei an.

Das Zusammenspiel der Organisationen muss funktionieren, um Menschenleben zu retten.

Benjamin Manahl

Bereit für den Ernstfall

Am 8. November 2021 um 7.45 Uhr ging es los: Aus der Türkei erreichte ein internationales Hilfeersuchen das österreichische Innenministerium, welches umgehend das SA-RRT des Samariterbundes alarmierte. Zwölf Stunden später setzte sich der Konvoi aus elf Fahrzeugen und 7 Anhängern in Bewegung. Mit an Bord: die benötigte Ausrüstung, 30 ehrenamtliche Mitglieder der SA-RRT-Einheit „MUSAR“ und sechs Rettungshunde. Schon die schnelle Mobilisierung des Einsatzteams war Teil der Übung. Schließlich zählt im Katastrophenfall jede Sekunde! Die Anreise führte die Einheit auf dem 1.700 km langen Landweg durch Ungarn, Rumänien und Bulgarien – stets begleitet von der örtlichen Polizei, um ein sicheres Eintreffen der Helfer*innen am Unglücksort zu gewährleisten.

Was ist eigentlich MUSAR?

Das Einsatzmodul „Medium Urban Search And Rescue“ (MUSAR) des Samariterbund Österreichs rückt innerhalb kürzester Zeit nach Naturkatastrophen, wie in diesem Fall ein Erdbeben, aus, um verschüttete Menschen unter den Trümmern zu befreien. Dabei sind die Einsatzteams auf die Unterstützung ganz spezieller Teammitglieder angewiesen. Dank der Spürnasen unserer eigens ausgebildeten Trümmerhunde können Verschüttete lokalisiert und anschließend mittels speziellen technischen Berge- bzw. Rettungsverfahren befreit und gerettet werden.

Um die Sicherheit des Teams zu gewährleisten, werden vorab die Gebäude hinsichtlich ihrer Stabilität und strukturellen Sicherheit geprüft. Schließlich ist die Gefahr, selbst Opfer oder verschüttet zu werden, bei jedem Erdbeben-Rettungseinsatz außerordentlich hoch und muss richtig eingeschätzt werden.

Internationale Zusammenarbeit

In Tekirdağ selbst wurden über drei Tage diverse Notfallszenarien, wie zum Beispiel mehrere beschädigte und eingestürzte Gebäude, geprobt, die im Zuge eines starken Erdbebens auftreten können. Dabei waren die Koordinierung internationaler Rettungsteams, das Lokalisieren und Retten von Verschütteten und die Erstversorgung von Verletzten nur ein Bruchteil der Szenarien, mit denen man in solch einer gefährlichen Umgebung konfrontiert ist. Selbst ein Busunglück im Zuge eines starken Nachbebens wurde simuliert. „Bei diesen Übungen geht es nicht nur darum, das eigene Team zu stärken, sondern auch internationale Zusammenarbeit zu fördern. Gerade das Zusammenspiel der Organisationen muss funktionieren, um Menschenleben zu retten“, berichtet Manahl. Bei der EU ModEX Übung waren mehr als 1.700 Einsatzkräfte aus über sieben Nationen im Einsatz. „Ein absolut schönes Gefühl – und in Wahrheit ein Privileg, als Vertreter Österreichs dabei zu sein“, so Manahl mit Stolz.

Franziska Springer

Internationale Katastrophenhilfe SA-RRT

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