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„Das ökologischste Kleidungsstück ist das, das nicht produziert werden muss.“

Nunu Kaller: Aktivistin, Autorin, Feministin, Spontane-Ideen-Umsetzerin, Politweib, Gerechtigkeitsmensch, Rampensau (Foto:Karin Ahame)
Nunu Kaller: Aktivistin, Autorin, Feministin, Spontane-Ideen-Umsetzerin, Politweib, Gerechtigkeitsmensch, Rampensau (Foto:Karin Ahame)

Diesen Satz sage ich gefühlt in jedem Vortrag, in jedem Interview. Die Rechnung ist im Grunde eine einfache: Trägt man Kleidung lange, muss man sie erst später ersetzen. Kauft man Kleidung Second Hand, verlängert man die Lebenszeit eines Kleidungsstückes, anstatt dass ein neues gekauft werden muss, das neue Rohstoffe und neue Arbeitszeit beansprucht hat. Ergo ist der Kauf von Second Hand Kleidung das ökologisch Nachhaltigste, was man in Sachen Mode tun kann.

Der Kauf von Second Hand Kleidung das ökologisch Nachhaltigste, was man in Sachen Mode tun kann.

Nunu Kaller

Kleidung im Kreislauf halten ist inzwischen glücklicherweise ein großer Trend. Das war nicht immer so – lange Zeit galt Second Hand als Stigma der Armut. Wer Second Hand kaufen musste, konnte sich keine neuen Sachen leisten. Das hat sich inzwischen massiv gedreht: Noch nie war die Mode so vielfältig wie heute, noch nie galt es als so „cool“ wie jetzt, Kleidung zu tragen, die aus den Neunzigern oder frühen Zweitausendern stammt. So wird gelebte Ökologie zu Mode – schön!

Doch wie ist das mit dem sozialen Faktor in der Mode? Das Preisargument – Second Hand ist günstiger – gilt inzwischen nur noch bedingt. Second Hand ist im Durchschnitt nicht teurer geworden, aber Fast Fashion billiger. Shirts um zwei Euro sind keine Seltenheit mehr, sondern normale Preisgebung bei Marken wie Primark und Co. Rechnen wir es mal gemeinsam durch: Ein Shirt, das so ein Fast Fashion Anbieter um zwei Euro verkauft, hat er selbst von dem von ihm beauftragten Produzenten in Fernost um maximal einen Euro eingekauft. Dieser eine Euro beinhaltet also den Rohstoff (meistens Polyester oder Viskose, beides keine umweltfreundlichen Materialien), das Weben der Stoffe, das Färben, das Design, das Zuschneiden, das Nähen, das Verpacken und der Versand der Ware in die weltweiten Filialen. Dass sich da eine faire Bezahlung der in der gesamten Lieferkette beteiligten Arbeitskräfte nicht ausgeht, muss man hier wohl nicht extra anmerken, oder?

Daher spricht auch das soziale Argument für Second Hand – kaum etwas ist ein aktiverer Beitrag im Alltag zu einer gelebten Kreislaufwirtwschaft. ˜

Mehr infos: www.nunukaller.com

Nunu Kaller

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