Die fleißigen Bienen des Samariterbundes

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Neben sozialen Aspekten setzt der Samariterbund Wien bei seiner Arbeit immer öfter auf Nachhaltigkeit und Ökologie. Mit acht Bienenstöcken an verschiedenen Einrichtungen widmet sich nun ein eigenes Projekt diesen gefährdeten Tieren.

Am Flachdach in der Pillergasse 20 surrt und brummt es. An einem Klettergurt gut gesichert, steht dort Franz Mairinger. Einmal pro Woche besucht der Oberösterreicher seine Schützlinge in Wien. Vier seiner mittlerweile insgesamt rund 40 Bienenvölker haben ihr Zuhause am Dach der Wohnungsloseneinrichtung Haus Max Winter gefunden, vier weitere im Garten der Einrichtung Kerschensteinergasse.
Seit 2011 ist Franz Mairinger Imker und mit seiner „Fahrrad-Imkerei“ möglichst umweltfreundlich unterwegs zu seinen Honigbienen. Mit den Öffis und seinen (Lasten)-Fahrrädern besucht Mairinger die vielen Standorte, die er mittlerweile in ganz Wien betreut. Nur für größere Transporte wird ein Auto ausgeborgt.

Der Bienenstock am Dach der Pillergasse
Der Bienenstock am Dach der Pillergasse

Immer mehr Firmen, Rechtsanwaltskanzleien, Schulen und Seniorenheime wollen ihren eigenen Bienenstock, und so ihren eigenen Honig produzieren.

Franz Mairinger

Stadtimkerei liegt im Trend

Seit bekannt wurde, dass die Biene vom Aussterben bedroht ist, ist Imkern vor allem in den Großstädten sehr gefragt. An anderen Orten der Welt wird die Bestäubung bereits von menschlicher Hand oder Roboter-Bienen durchgeführt.
Überlegungen wie diese führten auch beim Samariterbund zur Entscheidung, acht Bienenvölker am Flachdach der Zentrale und einer weiteren Einrichtung zu beherbergen. „Neben dem sozialen Aspekt stehen beim Samariterbund vor allem auch ökologische und umweltschonende Überlegungen im Vordergrund vieler Projekte. Mit den Bienenstöcken in den Freibereichen unserer Einrichtungen möchten wir einen Beitrag gegen das Bienensterben leisten“, erklärt Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbund Wiens. Gleichzeitig soll der hauseigene Honig künftig MitarbeiterInnen, BewohnerInnen und PartnerInnen zu besonderen Anlässen kulinarisch verwöhnen. Das gesamte Projekt wurde von der Haustechnik des Samariterbund Wiens organisiert.
 

Stadtimkerei ist sinnvoll

Mairinger nimmt seine KundInnen mit zu den Bienen und erklärt ihnen seine Arbeit: „Ein Volk besteht aus etwa 60.000 Bienen und produziert rund 20-40 Kilogramm Honig in einem Jahr.“ Im Gegensatz zu manchen ländlichen Gebieten, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird, die Ernährung der Bienen somit oft einseitig ist und Pestizide eingesetzt werden, bietet die Stadt mit zahlreichen Kleingärten, Balkonen, Terrassen und Parks eine Vielfalt an Blühpflanzen und damit zahlreiche Vorteile für Bienen, so Mairinger: „Für Wien sind im Sommer die Lindenbäume und damit der Lindenhonig typisch. Dieser Honig hat einen ganz besonderen Geschmack.“

Einziges Problem in den Städten kann die teils sehr hohe Bienendichte werden. „Die Bienenstöcke sollten, wenn möglich nicht zu nah beieinander stehen, idealerweise nur zwei bis vier Völker an einem Standort“, erklärt Mairinger. Denn dadurch kann sichergestellt werden, dass sich Krankheiten nicht so leicht zwischen den Völkern übertragen.

Die Holzkisten der Bienen macht Mairinger in den Wintermonaten in der Tischlerei seines Onkels, der sich schon lange mit Bienen beschäftigt, selbst. Das ganze Jahr trifft Mairinger Vorkehrungen und kümmert sich um seine Schützlinge. Auch dann, wenn das Surren und Summen am Dach der Samariterbund-Zentrale langsam ruhiger wird. ˜

Susanne Kritzer

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