Wenn es plötzlich still ist.

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Rund 200 Tage lang oder eine gefühlte Ewigkeit war es still in den Kunst- und Kultureinrichtungen Österreichs. Theaterbühnen, Kinos, Museen und Konzertsäle – alles geschlossen. Doch der Lockdown ist vorbei und wir freuen uns auf neue Erlebnisse, die uns aus den eigenen vier Wänden locken.

Plötzlich Stille
Plötzlich Stille

Der Wert von Kunst und Kultur lässt sich schwer in Zahlen bemessen.

Panem et circenses“, Brot und Spiele, das wussten schon die römischen Kaiser vor tausenden von Jahren, sind es, was die Bevölkerung braucht und will. Doch anders als zu vorchristlichen Zeiten soll damit heutzutage das Volk nicht mehr ruhiggestellt werden, sondern sollen die Gehirnzellen stimuliert, der Horizont erweitert und natürlich auch unterhalten werden. Corona-Lockdowns haben die Kunst- und Kulturszene Österreichs, das sich offen über ebenjene Geschichte definiert, besonders getroffen.

Eine ganze Branche geschlossen

Dass dabei nicht nur Künstlerinnen und Künstler, sondern eine riesige Branche betroffen war, zeigte sich erst nach und nach: Die Veranstalterinnen und Veranstalter selbst, die Locations, die Akteurinnen und Akteure hinter der Bühne, Agentinnen und Agenten und Zuliefererinnen und Zulieferer jeglicher Art waren von der Schließung der Kultureinrichtungen betroffen und hatten von heute auf morgen kein Einkommen mehr und Sorgen, wie es weitergehen würde. Zwar enthielt der Maßnahmen-Mix der Bundesregierung unterschiedliche Unterstützungen für den Kunst- und Kulturbereich, aber eine Frage blieb, die das Land beschäftigte und noch immer beschäftigt.

Wieviel sind uns Kunst und Kultur wert?

Der Wert von Kunst und Kultur lässt sich schwer in Zahlen bemessen. Vielmehr meint die Frage ganz grundsätzlich, was Kunst und Kultur für eine moderne Gesellschaft bedeuten. Im Jahr 2021 gibt es längst keine Zensur mehr wie jene, die Nestroy und Co. damals noch geschickt versuchten, zu umgehen. Kunst und Kultur sind auch nicht den gesellschaftlichen Eliten vorbehalten, sondern ein vielfältiges Angebot in unserem Land gibt jedem Menschen die Möglichkeit, Kunst und Kultur zu genießen. Von Kino über Museen bis hin zum Ballett ist hier für alle etwas dabei. Doch plötzlich wurde es still in den Sälen und auf den Bühnen Österreichs. Viele Menschen haben versucht, das Fehlen von Kulturangeboten durch andere Dinge zu ersetzen. An oberster Stelle standen hier sicherlich Streaming-Angebote wie Netflix. Doch auch die schönste Serie ist irgendwann zu Ende und was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ein gemeinsames Kulturerlebnis live und außerhalb der eigenen vier Wände durch nichts zu ersetzen ist.

Zusammen ist man weniger allein

Da ist schnell vergessen, dass wir uns beim letzten Live-Konzert noch über den schlechten Sound geärgert hatten oder uns beim Theaterbesuch die Sicht auf die Bühne durch eine allzu voluminöse Frisur verwehrt war, und wir beginnen, uns danach zu sehnen, endlich wieder verschwitzt zu unseren Lieblingsliedern mitzugrölen, entzückt vor einem Gemälde zu stehen und diesen Moment mit anderen zu teilen oder uns nach einem Kinofilm über die spritzigen Dialoge des Films auszutauschen. Und schnell wird klar, worum es uns wirklich geht: Wir wollen dabei sein, mitfiebern und das nicht alleine, sondern als Kollektiv, das gemeinsam genießt und einen besonderen Moment teilt. Es geht darum, seine eigene Freizeit mit einem Kunst- und Kulturangebot mit anderen Menschen, die wir gar nicht kennen, zu teilen. Vereint in der Zuneigung zu einem Künstler oder einer Künstlerin, in der Begeisterung für ein Thema oder in einem Gefühl von Spannung und Überraschung.

Jetzt geht’s wieder los

Langsam, aber sicher sperrt die Kunst- und Kulturbranche wieder auf und wir können nur hoffen, dass auch die kleinen, privaten Bühnen, Kinos und Museen die Lockdowns überlebt haben. Wir können aufatmen und – zumindest im Rahmen der 3G-Regel, also getestet, geimpft oder genesen – wieder das breitgefächerte Angebot genießen. Und auch die Branche selbst kann ein wenig aufatmen. Zwar gilt es hier, gute Sicherheits- und Hygienekonzepte auszuarbeiten und umzusetzen, aber gemeinsam ist man sich sicher, das gut zu bewerkstelligen. Und ganz ehrlich: Lieber ein Theaterbesuch mit ein wenig mehr Abstand als die tausend und erste neue Serie im abgedunkelten Zimmer zu starten! ˜

Stefanie Kurzweil

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